Geschichte der Maitiser Kirche

Der im Jahr 1143 als Mateshowe in einer Urkunde des Klosters Anhausen erstmals urkundlich erwähnte Ort bestand damals nur aus zwei Höfen. Im Zuge der staufischen Ansiedlungspolitik rund um ihre Stammburg Hohenstaufen entwickelte sich im weiteren Verlauf des 12. Jahrhunderts der Weiler Maitis. Dabei wurde auch eine kleine Kapelle errichtet, die dem heiligen Leonhard und der Jungfrau Maria geweiht war.

Das heutige Kirchenschiff entstand erst im 15. Jahrhundert als seitlicher Anbau an die Kapelle. Einen Hinweis hierüber findet sich in einem Dokument des Klosters Lorch vom 7. Mai 1464. Danach weihte der Augsburger Bischof Jodokus von Adramytteum die umgebaute und vergrößerte „capellam in Mötis Augustensis diozesis“.

Aus der Oberamtsbeschreibung Göppingen von 1844 ist zu entnehmen, dass der Chor schon vor dem Umbau gestanden haben soll. Weitere Informationen ergeben sich aus einem um 1835 übertünchten Wandbildnis an der Westseite der Kirche, das 2 Bauern mit Quersäcken zeigte, die ausgeschickt wurden, um für die Erneuerung der Kirche zu sammeln. Das Bild war mit einer Umschrift versehen. Nach der Oberamtsbeschreibung wurde das Alter der Schrift auf 200 Jahre geschätzt. Dies bedeutet, dass das Bildnis etwa um 1620 entstanden sein muss. In der Umschrift hieß es, dass „vor vierhundert und zwanzig Jahr dieß Kirchlein schon erbawet war“. Damit ließe sich der Bau der Kapelle auf etwa 1200 datieren, also gerade um die Zeit, als Maitis aus zwei Einzelhöfen zum kleinen Dorf wurde.

Kirchlich gehörte Maitis ursprünglich zur großen Pfarrei Lorch, der es auch zehntpflichtig war. Im Zuge der Reformation kam Maitis nicht zuletzt aus praktischen Erwägungen zur Pfarrei Hohenstaufen.

Während des 30-jährigen Krieges herrschte in den Jahren 1634 – 1646 großes Elend, die Bevölkerung nahm stark ab, der Pfarrer wurde vertrieben, die Kirche blieb jedoch unversehrt.

1746 erhielt Maitis einen eigenen Lehrer , der die Betreuung der Kirche übernahm.

1755 wurde von Philipp Magnus in Stuttgart die alte Glocke gegossen. Im 2. Weltkrieg musste sie abgeliefert werden, kam aber im Dezember 1947 wieder unversehrt aus Hamburg zurück. Insgesamt waren in Hamburg über 40.000 Glocken aus ganz Deutschland zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden.

1776 wurde die baufällige Kirche renoviert.

Im Jahre 1826 wurde Maitis selbständige Gemeinde. Damit erhielt die Kirche ihren besonderen Stiftungsrat und Kirchenkonvent.

Bei der Innenrenovierung um 1835 wurde das besagte Wandbild übertüncht.

1898 wurde ein Uhrwerk in den Turm installiert, welches täglich mit Gewichtssteinen aufgezogen werden musste.

Im Jahre 1901 wurde ein Harmonium angeschafft sowie eine kleine zweite Glocke, die von der Firma Hörz in Ulm gegossen wurde. Diese ist jedoch während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen worden.

1902 erfolgte die Trennung von Mesnerdienst und Schuldienst und es wurde ein neuer Friedhof angelegt.

In der Pfarrbeschreibung aus dem Jahre 1907 ist die Pflicht ersichtlich, in Maitis dreimal im Jahr Gottesdienst zu halten. Später wurden zwölf Gottesdienste im Jahr abgehalten, dann alle drei Wochen. Jetzt finden die Gottesdienste 14-tägig statt.

1918 wurde das Bild der Maitiser Kirche als Wahrzeichen in das Ortssiegel aufgenommen.

1922 wurde eine neue kleine Glocke von der Firma Kurtz in Stuttgart gegossen.

1946 war das Jahr der großen Renovierung: Der gestampfte Lehmboden wurde betoniert und mit einem Plattenbelag in Schiff und Chor bestückt, der Eingang zugemauert und durch einen Windfang im Westen neu gestaltet, die Empore und das alte Gestühl wurden herausgerissen. Der Treppenaufstieg zu Bühne und Turm wurde nach außen verlegt. Die Kirche bekam endlich eine Sakristei, neue Bänke, einen neuen Altar, einen neuen Taufstein und eine neue Kanzel. Außerdem wurde sie mit einer Heizung und elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Es wurde innen alles neu verputzt und gemalt. Durch neue größere Fenster wurde der Kirchenraum hell und freundlich. Des Weiteren wurde das Harmonium wiederhergestellt und neue Paramente angeschafft.

Am Totensonntag 1951 wurde das sich vor dem früheren Eingang befindliche Kriegerdenkmal eingeweiht.

1956 wurden der Außenbereich und der Glockenstuhl erneuert. Im selben Jahr wurde eine neue große Glocke von der Firma Kurtz in Stuttgart gegossen und  am 12. Oktober eingeweiht.

Ein elektrisches Läutwerk wurde erst im Jahre 1981 eingebaut.

1986 wurde der Innenraum aufgrund starken Salpeterbefalls renoviert.

Am 2. Advent 1995 wurde die von Orgelbaumeister Christian Reichel aus Hochdorf gefertigte Orgel feierlich eingeweiht.

Der Glockenstuhl wurde 1998 renoviert.

2006 wurde eine automatische Lüftungsanlage eingebaut, um die Orgel vor Feuchtigkeit zu schützen.

2010 bekam die Kirche eine moderne Funkuhr, da die Uhr von 1981 nicht mehr funktionierte.

2012 wurde ein behindertengerechtes WC gebaut.